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"Maximalismus, der neue Trend."

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Designer Interieur Melanie Trinkwell

MÉLANIE TRINKWELL

INNENARCHITEKTIN, MWELL STUDIO


Maximalismus? Eine große dekorative Bewegung, die den Alltag aufregender gestaltet und das Umfeld vor Einzigartigkeit erstrahlen lässt. Kurz gesagt, ist es das genaue Gegenteil von der oft unerreichbaren Perfektion. Marie Kondo, die Königin des Entrümpelns und des schlichten Interieurs kann abdanken…

Während die "Minimalisten" gegen den Ultra-Konsumismus kämpfen, fürchten die "Maximalisten" sich vor der Leere und der traurigen Uniformität. Hoch lebe der Nippes!

Wenn Kultur und Zeit aufeinandertreffen

Als Pionierin für die Dekoration der "Goldenen Zwanziger " wagte Madeleine Castaing bereits 1930, die kühnsten Stoff-, Material- und Farbekombinationen. Später verkörperten die 70er Jahre weiterhin eine reiche und diverse Designkultur. Die Mode war üppig und ausgefallen und nicht so starr wie heute. Nichtsdestotrotz knackt der Hashtag "Maximalismus" bald die 150.000 Marke auf Instagram mit Fotos von gewagten, bunt dekorierten, und, wenn wir ganz ehrlich sind, auch teilweise etwas unordentlichen Räumlichkeiten. Die Innenarchitektin Laura Gonzales lässt sich von all dem inspirieren und macht sich den warmen, klassizistischen und ausgefallenen Stil in vielen Hotels und Restaurants auf der ganzen Welt zu eigen. Gleiches gilt für das Star-Design-Duo von "Dimore Studio" oder das Londoner Ehepaar Frieda Gormley und Javvy M Royle, die mit ihren überschwänglich gemusterten Tapeten und Stoffen ihrer Designmarke "House of Hackney" großen Erfolg haben.

On Mixe Les Imprimes

Fotokredit: House of Hackney > "wir mischen Drucke"

Haben Sie Maximalismus gesagt?

Überfüllte Bücherregale, Kerzenständer und ausgefallene Gläser, eine elegante Anrichte, die mit allerlei Schmuckstücken dekoriert ist, Blumenvasen in allen Größen und Formen, dicke, schwere Vorhänge, Tapeten und Teppiche mit extravaganten Mustern, kurz gesagt, ein Raum voller Leben. Vorbei sind die Zeiten der leeren und leicht zu kopierenden minimalistischen Räume, die in den sozialen Netzwerken so viel Anklang gefunden haben…

Einen geschmackvoll dekorierten, maximalistischen Lebensraum zu schaffen, ist jedoch nicht so einfach, wie es aussieht. Um Herr dieser delikaten Kunst zu werden, empfehlen wir, die folgenden vier Schritte zu befolgen: Sammeln, Akkumulieren, Kombinieren und Präsentieren. Das Vervielfachen der Details ist dabei ein entscheidender Faktor. Überall, wo Sie hinsehen, sollte es etwas zu entdecken geben! Die größte Schwierigkeit ist natürlich, nicht der „Zu viel“- Kategorie zu verfallen.

Es geht also darum, Ihr Interieur mit einem gewissen Sinn für Proportionen zu gestalten. Fangen Sie klein an und wählen Sie zunächst erstmal nur die Deko-Stücke aus, die Ihnen am Meisten bedeuten und die eine Geschichte erzählen. Die Autorin dieses Artikels muss gestehen, dass der Maximalimus auch sie in seinen Bann gezogen hat. Ihre Passion begann ein Jahr nach der Geburt ihres Sohnes, als sie mit einem Hauch von Nostalgie beschloss, seine hübschen kleinen Gummistiefel unter einer Glasglocke, auf dem Couchtisch, inmitten des Wohnzimmers zu platzieren…

Dieser Dekorationstrend bricht alle Regeln, die von Verfechtern des minimalistischen Interieurs aufgestellt wurden. Bei diesem Trend geht es um Kreativität, Wagemut und Vertrauen in den eignen Geschmack. Dabei steht man sich allerdings oft selbst im Weg.


Bei diesem Trend geht es um Kreativität, Wagemut und Vertrauen in den eignen Geschmack. Dabei steht man sich allerdings oft selbst im Weg.


Unordnung ist nicht gleich Chaos.

Wissen Sie, was der berühmte Albert Einstein über kreative Menschen mit unordentlichen Büros zu sagen pflegte? Er hat Kreativität immer geschätzt und fragte sich schelmisch: „Wenn ein unordentliches Büro die Manifestation eines ungeordneten Geistes ist, was sagt uns dann ein leeres Büro?“.

Der Maximalismus toleriert zwar Unordnung, kann aber nicht als Entschuldigung dafür genutzt werden. Es ist alles eine Frage des Gleichgewichts. In einem Interieur, das mit allerlei Gegenständen überladen ist, wissen wir nicht, wo wir hinschauen sollen. Ein Tipp: Nehmen Sie sich täglich 1 bis 2 Minuten Zeit, um die Sachen wegzuräumen, die Ihnen beim Betreten des Raumes ein Dorn im Auge sind. Das erspart Ihnen wenigstens das Aufräumen beim wöchentlichen Großputz.

Haben Sie keine Angst davor, sich von alten Deko-Stücken zu trennen, sie zu verschenken oder im Keller zu vergraben, falls doch mal Sehnsucht aufkommt. Abwechslung tut auch Ihrem Interieur gut!

Sie können auch thematische "Mini-Welten" erschaffen, wobei es darum geht, kleine Deko-Elemente gekonnt in Szene zu setzen, zum Beispiel indem Sie eine Kerze auf einen Bücherstapel auf ihrem Couchtisch, ein paar bedruckte Kissen auf dem Sofa oder verschiedene Pflanzen im Eingangsbereich platzieren. Das Dekorieren Ihres Zuhauses ist eine endlose Reise, die es zu genießen gilt!


* Falls Sie ein Verfechter des Minimalismus sind, lassen Sie sich nicht von diesem Artikel einschüchtern. Die Askese der Minimalisten ist die Bedingung, die es den Maximalisten erlaubt, noch mehr anzuhäufen!

Un Interieur Maximaliste Chaleureux Et Bavard

Fotokredit: Christopher Sturman> ein warmes, gesprächiges maximalistisches Interieur


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Geschrieben von: Mélanie Trinkwell, Innenarchitektin

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